Das spätrömische Kastell Ad Fines liegt auf einer Seitenmoräne am nördlichen Rand der Thurebene. Die Ruinen des Kastells waren stets sichtbar. Im ausgehenden 16. Jh. berichtet Johannes Stumpf von römischen Mauern, Münzen und anderen Funden. 1860 veröffentlicht Ferdinand Keller eine erste Bestandesaufnahme. In den Jahren 1928/29 wurde rund 700 m östlich vom ehemaligen Kastell auf dem Adelberg ein kleines Gräberfeld ausgegraben. Das Kastellareal selber bleibt bis 1976 unerforscht. Seither führte das Amt für Archäologie dort kleinere und grössere Grabungen durch.
Mit einer Fläche von knapp 1,6 ha ist das Kastell Pfyn grösser als die Anlagen von Arbon (1,0 ha) und Eschenz (0,8 ha). Es hat nicht die regelmässig rechteckige Form vieler römischer Wehrbauten. Seine Mauer folgt dem Terrainverlauf. Erhalten und zum Teil sichtbar sind die nördliche Kastellmauer auf fast ihrer ganzen Länge und die nördlichen Teile der Westmauer.
Das aufgehende, zweischalige Mauerwerk ist durchschnittlich 2,25 m dick. Sowohl die äussere wie die innere Schale sind in horizontalen Lagen hochgezogen worden. Die nördliche Kastellmauer ist in Abständen von 35 und 37 m mit halbrunden Türmen unterbrochen.
Reste von Steinbauten fanden sich nur im Bereich der heutigen Kirche. Zahlreich dagegen sind Spuren der an die Kastellmauer gelehnten Holzbauten, die zu gewerblichen Zwecken gedient haben mögen. Eine Schmiede sowie eine Geweihschnitzerei sind nachgewiesen.
Das Kastellareal lieferte über 10'000 Funde. Von den 748 Münzen stammt die Masse aus konstantinischer und valentinianischer Zeit. Die Münzreihe endet mit Arcadius und Honorius. Waffen und andere Teile der militärischen Ausrüstung sind selten. Überaus reich sind die Funde an Schmuckstücken: ein Ohrring aus Gold, Haar- und Gewandnadeln sowie Armreifen aus Silber, Bronze und Bein, Perlen aus Glas, Fibeln und anderem Trachtzubehör bis hin zu Toilettgerät. Unter der sogenannten Feinkeramik sind Importe (Terra Sigillata) aus den nördlichen Provinzen am stärksten vertreten. Seltener sind Importe aus dem Rhonetal und Afrika. Amphoren weisen auf Importe aus Spanien, Palästina und Nordafrika.
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